Calenberg > Geschichte

Geschichte von Calenberg bis 1945

Zwischen 1500 bis 100 v.Chr.
ist der Raum um Calenberg von Bauern und Jägern bewohnt. Zeugen sind drei Grabhügel im Calenberger Holz. Ebenso ist eine kleine Erdbefestigung (Hünenburg) auf dem nordwestlichen Ende eines langen Höhenrückens nachgewiesen. Auf dem Osterberg am Nordrand des Ortes ist auf der bewaldeten Kuppe eine Wehranlage, die um 100 vor Chr. errichtet worden sein kann.

Um 700
Beginn der Christianisierung

1018
Siedlung am Fuße des calenberger Bergsporns - „dort wo der Brunnen ist" - mit Namen Rotwardessen

1020
Die Besitzungen des Grafen Dodiko werden dem Bischof von Paderborn übereignet.

1170
Wolnandus von Holthusen, Ersterwähnung als Bewohner des Dorfes Holthusen (Holsterburg), 1191 Gebrüder Hermann Berkule und Bernhard von Berkule Holthusen werden als Erbauer der Wasserburg Holthusen genannt.

1224
Fürstbischof Adalbert von Mainz erhebt Anspruch auf die Burg Holthusen, die die Herren von Berkule dem Fürstbischof von Köln, Philipp von Heinsberg, zu Lehen gegeben haben.

1245
Vertrag zwischen der Altstadt Warburg und den Herren von Holthusen/Berkule, keine Hörigen von Holthusen in die Stadt aufzunehmen. Die Hörigen halten sich nicht daran, sie fliehen weiter nach Warburg. Diese nehmen die Flüchtigen auch auf. Die Holthusener greifen verschiedentlich die Altstadt an und beschießen sie mit brennenden Pfeilen.

Um 1250
Die Herren von Berkule bauen auf dem zu ihrem Besitz gehörenden Calenberg eine Burg. Der auf die Burg ziehende Hermann von Itter, der mit einer Tochter des Hermann von Berkule vermählt war, nennt sich Hermann von Calenberg.

1266
Vertrag von Elsungen zwischen dem Landgrafen von Hessen, Heinrich, und dem Fürstbischof von Paderborn, Simon, in dem sich der Landgraf verpflichtet , die Beeinflussung der adeligen Geschlechter im Fürstbistum zu unterlassen, war ohne Erfolg.

1294
Verbünden sich Städte Warburg, Hofgeismar, Marsberg, Brakel gegen die Herren von Berkule, Holthusen, weil diese mehrmals die Stadt Warburg angegriffen haben. Holthusen wird besiegt und die Burg geschliffen. Die Herren von Berkule gehen in Gefangenschaft oder werden Burgmannen in Warburg. Zwei Brüder werden hingerichtet.

1299/ 1307
Die Burg Calenberg wird vom Fürstbischof in Köln, Siegfried von Westerburg, mit Hermann von Westerburg belehnt, der mit Ermintrudis von Calenberg vermählt war. Da sich Kölner Einfluss durch die Belehnung die Rechte des Bischofs von Paderborn verletzt, kommt es 1307 zum Krieg zwischen den Kölnern und den Paderbornern. Die Kölner werden besiegt. Die Burg geht endgültig in den Besitz von Paderborn über. Der Fürstbischof Günther von Schwalenberg belehnt Rabe von Papenheim, genannt der Reiche, mit der Burg. Der baut die Burg wieder auf. Rabe von Papenheim nennt sich Rabe von Calenberg und führt ein Wappen mit einem gekrönten Raben.

1308
Die Patronatsrechte über das Kloster Wormeln werden von den Grafen von Everstein auf die Rave von Calenberg übertragen.

1321
Ersterwähnung eines Pfarrers in Calenberg - genannt Plebanus Dietrich. Dietrich siegelt noch einen Vertrag von 1353.

1326
Wird die Burg Calenberg erneut den Papenheimer verlehnt. Im Vertrag wird der Ort Calenberg als Stadt genannt. (Castrum et Oppidum).

1393
Die Herren von Calenberg beteiligen sich an einer Fehde gegen die Stadt Frankfurt. Im Folgejahr werden sie als Mitglieder des Bengeler Bundes genannt, die unter der Führung des Conrad von Spiegel zu Desenberg erfolglos gegen den Paderborner Bischof Johann I., Graf von Hoya, kämpfen.

1408
Die Herren von Everstein, die als Grafen der Region als Belehnte vorstehen, sterben aus. Die Gerichtsbarkeit über das Kloster und Dorf Wormeln, Wettesingen und Herlinghausen geht auf die Herren von Calenberg über.

1444
überlassen die Herren von Calenberg ihre Recht an der Kirche zu Herlinghausen und der Kapelle der ehemaligen Holsterburg sowie einen Altar in Wormeln den Herren von der Gudensburg.

1445
Verlehnt entgegen der vertraglichen Bindungen mit Paderborn seine Burg dem Landgrafen von Hessen.

Um 1450
ist ein Rektor der Kirche von Calenberg genannt.

1460
kaufen die Herren von Calenberg das Steinhaus „Stern" in der Stadt Warburg, in dem sich heute das städtische Museum befindet.

1464
Der letzte der Herren von Calenberg stirbt ohne Erben. Die Paderborner besetzen mit der Hilfe der Warburger Burg und Stadt Calenberg. Wegen der ungeklärten Lebensverhältnisse kommt es zu kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Paderborn und Hessen, die bis zum Jahre 1471 andauern. Der Krieg wird mit einem Waffenstillstand beendet. Die Streitigkeiten um den Besitz Calenbergs gehen aber weiter. Sie werden erst Ende des 16. Jahrhunderts beigelegt.

Um 1500
wird in der Kapelle zu Calenberg ein Taufbecken durch die Herren von Calenberg aus dem Hause Berkule gestiftet.

1531
zieht Jobst von Calenberg aus dem Hause Berkule mit seiner Frau Veronika von Boyneburg auf die Burg Calenberg. An ihn erinnert noch heute auf dem inneren Burghof ein Denkmal. Rechts neben dem Tor zum inneren Burghof ist auch die Gedenktafel der Veronika angebracht, die nach dem Tode ihres Mannes 1562 wieder nach Wettesingen umzieht.

1535/41
Beginn der Reformation im Diemelraum. Die Gemeinden Herlinghausen und Wettesingen wenden sich dem reformierten Glauben zu. Durch Förderung durch den Landgrafen von Hessen stabilisieren sich die Dörfer Herlinghausen und Wettesingen im lutherischen, später im calvinistischen Glauben. Die Dalheimer verlassen um 1541 die evangelische Gemeinde Herlinghausen, weil sie der Reformation nicht folgen wollen.

1582
wird Hermann von Calenberg, Sohn des Jobst von Calenberg, vom Landgrafen in Haft genommen, weil er das Eigentum des Landgrafen an Wettesingen nicht anerkennen will. Erst auf intensiven Einspruch des Bischofs von Paderborn wird er wieder entlassen.

1597
kommt es zum Grenzvertrag zwischen Hessen und Paderborn. Die Grenze von Helmarshausen bis Wormeln wird durch den Vertrag geregelt. Wettesingen wird nach Hessen geschlagen, während Herlinghausen zu Paderborn kommt. Calenberg bleibt im Fürstbistum. Im Vertrag muss der Fürstbischof Dietrich von Fürsternberg, der die Gegenreformation in Paderborn durchführt, den Herlinghäusern zusichern, dass sie im reformierten Glauben weiter leben können. Außerdem bleibt Herlinghausen im Rechtsbereich der Grafen von der Malsburg, belehnte des Landgrafen von Hessen, so dass die Paderborner nur geringe Landesrechte anwenden dürfen. Der Fürstbischof zieht die Vogtrechte die auf der Burg Calenberg ruhen zurück und verpachtet die Ökonomie von Calenberg.

1606
wird die Kapelle von Calenberg zur Pfarrei erhoben und Dalheim der Calenberger Kirche zugeschlagen.

1622
Der „tolle Christian" verwüstet auf seinem Kriegszug gegen die Stadt Warburg Dorf, Burg und die Feldflur von Calenberg. Zwischen 1622 - 1630 wird der Ort durch ständige Durchzüge der kämpfenden Heere mehrmals verwüstet. 1630 - 1640 ist eine Zeit der relativen Ruhe, weil die Hessen das Land besetzt halten.

1642
Calenberg wird durch hessische Söldner verwüstet. Alle Häuser brennen ab. Nach dieser Verwüstung leben in Calenberg noch 7 Familien, die noch eine Kuh und etwas Geflügel ihr eigen nennen können. Die Not ist groß. Die verbliebenen Calenberger richten sich in „Windhäusern" ein. Windhäuser sind Gruben im Erdreich, die mit einem Dach vor den Unbilden des Wetters schützen. Noch im Jahre 1680 leben fast alle Familien in solchen Windhäusern.

1655
wird die Calenberger Kapelle notdürftig instand gesetzt. Durch Domini-kanerpater Vitalis Grever, Pfarrer der Pfarrgemeinde Calenberg, werden die Kirchenbücher geführt.

Zwischen 1660 - 1670
Versuche des Pfarrer Vitalis Grever, in Herlinghausen wieder den kath. Glauben einzuführen, scheitern am Widerstand der Herlinghäuser.

1675
wird der Calenberger Johann Engelbracht in Warburg als Hexer verbrannt. (Ossenjohann)

1682
wird in Calenberg zum ersten Mal ein Lehrer mit Namen Johann Hoppen genannt.

1698
Neubau der Apsis der Calenberger Kirche, um 1700 wird für diese Kirche ein Barockaltar gestiftet, der von der Giershagener Schule geschaffen worden sein soll.

1728
eine Feuersbrunst verwüstet fast alle Häuser des Dorfes

1745
wird der Calenberger Schützenverein wieder neu gegründet.

1756
Siebenjährigen Krieg. Wechselweise besetzen Französische und Alliierte Soldaten ( Hannoveraner, Braunschweiger, Engländer und Preußen) besetzen ab 1757 das Hochstift. Das Land wird verwüstet. 31.07.1760 Schlacht bei Warburg. Die französische Armee wurde geschlagen. Die Pfarrchronik Warburg berichtet: „hoc anno et duobus sequnetibus (= in diesem Jahr und den zwei folgenden) hat die Kirchensteuer noch können geliefert werden, weilen weit und breit alles Getreide abgemäht und fouragiert ist, worden." Französische Truppen unter dem General Fischer besetzen am 28.7.1760 den Stapelberg. Nach der verlorenen Schlacht ziehen sich die französischen Truppen auf die Linie Dalheim - Herlinghausen - Calenberg - Wormeln zurück und lagern dort weitere 4 Wochen. Die Bewohner mussten die Armee versorgen und unterhalten. Die Truppen „streifen mächtig in dem Altstädter Feld herum und wagten sich bis zum Stapelberg und gar bis an die Brücke". Zwischen 1760 - 1762 konnte keine Ernte eingebracht, weil alles von den Soldaten bereits vor der Reife der Feldfrüchte fouragiert wurden.

1778
Die Calenberger Pfarrkirche, die im 7jährigen Krieg fast vollständig zerstört worden war, wieder aufgebaut.

1793
Wormelner Klosterkrieg. Calenberger beteiligen sich an der Revolte und plündern in Wormeln.

1802
Das Hochstift fällt an Preußen. Die Stadtrechte werden von Calenberg genommen.

1807 - 1813
Calenberg wird im Königreich Westfalen der Kantonstadt Volkmarsen zugeteilt.

1815
Calenberg wird endgültig preußisch. 1818 wird der 1809 aufgehobene Schützenverein wieder neu gegründet.

1843
Die preußische Ämterverfassung wird eingeführt. Calenberg kommt zum Amt Warburg Land.

1869
Separation wird durchgeführt

1875
Die Familie Schuchard erwirbt die Calenberger Burg, die umfassend bis zum Jahre 1881 restauriert wird.

1912
erhält Calenberg eine eigene Stromversorgung.

1914 -1918
1. Weltkrieg. 15 Soldaten aus Calenberg kehren nicht mehr in ihre Heimat zurück. 1918 gründet sich in Calenberg ein Bauern- und Soldatenrat, der sich im Frühjahr 1919 wieder auflöst. Seit 1919 wird eine Gemeindevertretung unter Führung eines Bürgermeisters eingerichtet.

1927
wird wieder ein Schützenfest nach dem ersten Weltkrieg gefeiert, es folgen noch Schützenfeste in den Jahren 1928 bis 1930 und 1933 sowie 1934. 1937 stellt der Verein seine Aktivitäten ein, weil er nicht in den von den Nationalsozialisten geführten Deutschen Schützenbund eintreten will.

1929
Calenberg erhält eine Poststelle mit eigener Zustellung. 1972 wird die Poststelle geschlossen. Zustellung erfolgt von Warburg aus.

1939 - 1945
2. Weltkrieg. Es fallen 26 Calenberger, 12 werden vermisst.

1945
Neubeginn = erster Bürgermeister wird Hermann Schnückel

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News

23.04.2014 18:24

SG Dössel/ Lütgeneder - SF Calenberg

So. 27.04.14, 15 Uhr, Sportplatz Dössel

23.04.2014 18:23

SG Bühne/ Körbecke II - SF Calenberg II

So. 27.04.14, 12:30 Uhr Sportplatz Körbecke

16.07.2013 21:43

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